Archiv | Februar, 2011

Puno-zwischen bunten Kleidern und auf schwimmenden Inseln

24 Feb

Zum Fest der Jungfrau Candelaria war ich wieder mit meiner Gastschwester Juanita unterwegs und diesmal in PUNO!!! Das Fest bestand darin, dass Tanzgruppen aus den unterschiedlichsten Regionen Perus sich in Puno versammelten, um ihre Tänze und Trachten vorzuführen. Ich hatte noch nie so ein wechselhaftes Wetter wie an diesem Tag in Puno erlebt! Uns wurde die ganze Palette von Sonnenschein bis hin zu Regensturm inklusive Hagel geboten. Nachts ging es dann auf den Straßen recht laut und betrunken zu mit lauter Musik und tanzenden Menschen…

Und da wir auch schon in Puno und am Titcaca-See waren, haben wir gleich die islas de Uros besichtigt, die auf dem See schwimmende Inseln sind. Das ist schwer vorstellbar, wie Menschen auf diesen Inseln leben sollen, wenn man sie nicht selbst gesehen hat. Mit kam es so vor, als wären sie aus einer Fantasielandschaft entsprungen.

Der Urwald

7 Feb

Nachdem sich in Arequipa und in meinem Freiwilligenjahr ein bisschen der Alltag eingeschlichen hatte (und ich somit nichts zu schreiben hatte) ergab sich für mich spontan die Möglichkeit zusammen mit Franzi in den Regenwald zu reisen und dort Weihnachten zu feiern!

Lima-Tarapoto

Unsere gemeinsame Reise fing somit in Lima an, von wo wir mit Movil Tours nach Tarapoto fahren wollten. Die Busfahrt war erstens aufgrund der Feiertage viel zu teuer und zweitens startete sie mit einer Verspätung von 3 Stunden…und später fuhr er gar nicht mehr aufgrund einer defekten Tür, sodass schon von Anfang an unsere Geduld erprobt wurde. Jedoch erwies sich im Laufe unserer Reise, dass 3 Stunden Verspätung wirklich…wirklich nichts waren.

Tarapoto-Yurimaguas-Lagunas

Nachdem wir dann insgesamt 28 Stunden von Lima nach Tarapoto gebraucht hatten, waren wir glücklich, dass es dann schleunigst mit einem Kollektivo auf nach Yurimaguas ging. Diese nächtliche Fahrt auf einer vor Kurzem befestigten Straße durch Sturm und Blitz war auch nicht ganz ungefährlich, da der Regen kleine Erdrutschen verursacht hatte. Aber schließlich gelangen wir dann doch am Hafen „La Boca“ in Yurimaguas an, wo wir sofort von zwei Typen angesprochen wurden, die uns das Schiff nach Lagunas zeigen wollten. Ganz vertrauensvoll sahen sie ja nicht aus, aber wir sind ihnen erst einmal gefolgt, um einen „guten“ Hängemattenplatz am Deck zu ergattern. Dann wurden uns zwei Hängematten für einen zu teuren „Touripreis“ verkauft, aber als sie dann da hingen, waren wir recht glücklich, dass bald um 10 Uhr das Schiff ablegen sollte! Bis jetzt lief also alles nach Plan…

Gegen 10 gab es aber noch kein Anzeichen von einem baldigen Start. Noch schauten wir in aller Ruhe zu, wie allerlei Güter und Tiere auf das Schiff geladen wurden, die mit uns nach Iquitos transportiert werden mussten. Wir sind ja schließlich in Peru! Nach einer Weile befanden sich am untersten Deck Reissäcke, Mehlsäcke, Schweine, Hühner, Kühe,…die man im Zwischen- und Oberdeck, wo sich die Reisenden befanden, hören und teilweise riechen konnte. Als es dann 12 Uhr wurde, schlichen sich langsam Sorgen ein, aber da der Rest der Welt ruhig und geduldig schien, versuchten wir uns nichts vorzumachen. Dann hieß es aber „es geht um 5 Uhr Nachmittag los!“ Na gut, dachten wir, zumindest heute noch.

 Aber allen Hoffnungen zu Trotz legte das Schiff nicht noch am selben Tag ab. Es sollte erst am nächsten Tag losgehen! So lagen wir einen ganzen Tag in unseren Hängematten und warteten nur darauf, dass sich doch ENDLICH MAL DIESES SCHIFF BEWEGTE!

Am nächsten Morgen gegen 11 Uhr stieß ich einen Freudenschrei aus, als das Schiff tatsächlich den Hafen verließ und gemächlich in Richtung Lagunas, unserem Zielort, den Fluss durchquerte.

Danach lief unsere Reise für ein paar Tage wieder gut. Wir trafen auf ein nette Unterkunft (ECO, für diejenigen, die mal eine Dschungeltour in Lagunas machen sollten^^) und eine super Agentur (Acatupel).

 Die Dschungeltour war wirklich herrlich. Vielleicht war es nicht so, wie es sich viele vorstellen mit Abenteuer, exotischen Tieren und viel Gefahr. Eher im Gegenteil. Es war einfach sehr ruhig, total ungefährlich (vielleicht mit Ausnahme der allanwesenden Mücken) und Tiere…haben wir leider auch nicht so viele zu Gesicht bekommen.

Aber der Regenwald war einfach auf seine eigene Art schön und gab auf den täglichen Kanufahrten viel Zeit zum Nachdenken. Natürlich haben wir auch ein paar spannende Sachen erlebt. Wir haben eine ganze Affenschar über unseren Köpfen klettern sehen, rosa Delphine beobachten können, und waren auf Krokodiljagd.

Dank der Tatsache, dass unser Führer ein guter Koch war, haben wir auch immer leckeres Essen bekommen. Und fast immer auf dem Teller war frisch gefangener Fisch. Bei einem Ausflug, bei dem es zu Fuß in den Wald hineinging, haben wir erfahren, wie sich die Bewohner hier alle möglichen Pflanzenarten zunutze machen. Die Heilpflanzen sollen gegen Erkältung, Fieber, Malaria helfen und sogar gut dafür sein, wenn Frauen schwanger werden möchten.

Einen besonderen Moment habe ich während unserer nächtlichen Krokodiljagd erlebt. Als wir mit dem Kanu rausfuhren lag ein wunderschöner Nachthimmel mit vielen klar leuchtenden Sternen vor uns. Und ganz plötzlich! fiel ein Stern vor meinen Augen, einen hellen Schweif hinterlassend. Meine erste Sternschnuppe!!! Das war einer der Momente, die mir noch lange in Erinnerung bleiben werden. Sicherlich war das unser Weihnachtsgeschenk…

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten