Cañon del Colca

Juuhuuu ich habe mich nach langem wieder mal dazu aufgerafft einen Artikel zu schreiben. Ihr dürft euch freuen, denn es sind echt schöne Bilder und Geschichten dabei 😛
Der Trip zum 3 Stunden von Arequipa entfernten Cañon del Colca begann am Samstag den 16.10. auf dem Plaza de Armas, wo sich alle 10 Weltwärtsler von SEM, eine weitere deutsche Praktikantin, unsere Chefin Mayra und zwei peruanische Freunde von ihr pünktlich um 2.30 Uhr morgens trafen. Einschließlich unseres Busfahrers waren wir also 15 Leute an der Zahl, die alle in einen kleinen Bus reinpassten und sich riesig auf die Reise zur Schlucht bei Chivay freuten. Laut Wikipedia (^^)misst man vom höchsten Berggipfel nahe der Schlucht aus bis zum Río Colca 3.269 m. Damit ist der Cañón del Colca der zweittiefste Canyon der Welt. Und dementsprechend waren unsere Erwartungen auch sehr hoch, als wir Samstagmorgen gegen 8 Uhr auf den Cañon del Colca stiegen und darauf warteten, dass die berühmten Kondore über unsere Köpfe fliegen.
Leider ließen diese sich aber nicht so schnell blicken, sodass wir erst nach zwei Stunden ein paar mickrige Fotos von einem Kondor machen konnten. Währenddessen habe ich natürlich auch reichlich Fotos gemacht^^
Nach der Begegnung mit dem Kondor fuhren wir dann ins Hostal und gingen gleich darauf zum Mittagessen in ein sehr hübsches Restaurant. Dort habe ich dann meinen ersten Alpaca gegessen (Schmeckt eigentlich so wie Rindfleisch^^)
Am Nachmittag entspannten wir uns bei den Aguas Calientes (Thermalwasser), wo wir unter freiem Himmel und im warmen Badewasser Pisco Sour und heiße Schokolade genießen konnten. Herrlich 🙂
Das Dorf Canocota und la Casa Vivencial Huaynalima
Am nächsten Morgen ging es dann in das kleine Dörfchen Canocota, in dem etwa 80 Familien wohnen. Alle versorgen sich selbst von ihrer eigenen Landwirtschaft, was bedeutet, dass alle Nahrungsmittel rein biologischer Herkunft sind: Von Quinua und Kartoffeln bis zu Milch, Butter und Käse.
Wir wurden herzlich bei der Familie von Pedro und Julia in ihrem Casa Vivencial Huaynalima aufgenommen, wo wir einfach die unglaublichsten Erfahrungen und Eindrücke sammeln konnten.
Pedro hat uns einige Felder und sein selbst gebautes Gewächshaus gezeigt, wo man über seine technischen „Erfindungen“ staunen konnte. Z.B. hatte Pedro ein drehbares Fenster gebaut, das aus alten Plastikflaschen bestand. Mithilfe
dieses Fensters kann er je nach Wetterbedingung die Innentemperatur des Gewächshauses regulieren.
Und wir haben ein auch selbst ein bisschen auf dem Feld gearbeitet, was zwar anstrengend aber auch wieder neu und lustig war^^

Am Nachmittag habe ich mich tatsächlich getraut mit drei weiteren Leuten und Pedro auf den Laime zu steigen. Und es war… wirklich anstrengend. Aber Pedro hatte zum Glück ein paar Kokablätter gehabt, die einfach gut für alles sind. So ein Wundermittel also^^ Die Kokablätter sind für die Bauern sehr wichtig, da sie diese bei ihrer Feldarbeit kauen, um unter anderem ihr Hungergefühl zu mildern und Kraft zu kriegen. Außerdem gilt der Koka, was Teil der Natur ist, als Bindungsglied zwischen Mensch und Natur. Ich habe die Blätter genau zweimal probiert, einmal als wir selbst auf dem Feld waren, um Getreide zu ernten und eben dann, wo ich auf dem Berg keine Puste mehr hatte. Und irgendwie hat das Zeugs wirklich gewirkt und ich habe es mit den anderen bis zu unserem Ziel geschafft! 🙂
Oben angekommen hat uns Pedro bei einer Tasse Kokatee die Geschichte von seinem Hund erzählt, was wirklich einem Film glich. Der Hund begleitet Pedro auf Schritt und Tritt und ist auch immer dabei, wenn sein Herrchen morgens um 5 Uhr auf die Berge steigt, um zu schauen, wo seine Kühe alle geblieben sind.
Am Abend Schließlich durften wir uns traditionelle Kleider anprobieren.

Ich find das steht mir voll 😀
Weitere Bilder von den ersten Tagen und die weiteren Geschichten von unserem Trip folgen noch…^^